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FrüchteSamarkand hat aber noch viel mehr zu bieten als den Registan. So ist es spannend, über den Basar nahe der Bibi Khanum Moschee zu schlendern. Besonders die leckeren getrockneten Aprikosen, die saftigen Rosinen, die großen Kirschen und Erdbeeren sowie die überzogenen Nüsse hatten es uns angetan. Und wenn alles so kunstvoll aufgeschichtet ist, bekommt schon das Auge Appetit.

Bibi Khanum Moschee 

 

 

 


Mit dem Bau der Bibi Khanum Moschee wurde im Jahr 1399 begonnen, nachdem Timur erfolgreich Delhi eingenommen hatte. Die Moschee sollte alles übertreffen, was er in der ganzen Welt gesehen hatte. Dazu wurden Architekten und Handwerker aus der ganzen östlichen Welt herangeschafft. 35 m Höhe erreichte die Moschee und wurde von 50 m hohen Minaretten flankiert. Der Legende nach war Bibi Khanum ("alte Frau") eine chinesische Prinzessin und Timur's Lieblingsfrau. Sie ordnete den Bau der Moschee an, um ihren Mann bei der Heimkehr von Indien zu überraschen. Der Architekt soll jedoch so von ihr eingenommen gewesen sein, dass er sie letztlich zu einem 'fatalen' Kuss überreden konnte. Als Timur von der Affäre erfuhr, wurde die Prinzessin zur Strafe vom Minarett gestoßen, während dem Architekten die Flucht auf ein anderes Minarett gelang, wo ihm Flügel wuchsen und er verschwand. Timur habe daraufhin angewiesen, dass alle Frauen zukünftig ihr Gesicht mit einem Schleier zu bedecken haben...

Mosaik in Shah-i-Zinda

 


Die Nekropole Shah-i-Zinda ("lebender König") ist der heiligste Ort in Samarkand. Sie besteht aus 11 Mausoleen, die alle im 14. und 15. Jh. errichtet wurden. Darunter soll sich auch das Grab eines Cousins des Propheten Mohammed befinden. Die meisten Mausoleen gehören jedoch zur Familie von Timur und Ulug Beg. Ein Mausoleum reiht sich ans andere und man kann die bunten Mosaike und glänzenden Mauersteine ganz aus der Nähe bestaunen.Gur Emir

Nach dem Tod seines Lieblingsenkels Mohammed Sultan ordnete Timur im Jahr 1404 den Bau eines großen Mausoleums für ihn an. Und obwohl er selbst in seiner Heimatstadt Shakhrisabz begraben werden wollte, wurde Gur Emir schließlich zum Familiengrab von Timur und Ulug Beg.

 

Der sowjetische Anthropologe Michail Gerasimov öffnete  im Jahr 1941 die Krypta, obwohl angeblich eine Inschrift auf Timur's Grab lautete: "Wer auch immer das Grab öffnet, wird von einem noch fürchterlicheren Feind als ich besiegt werden." Tatsächlich begann einen Tag später, am 22. Juli 1941, der Überfall Hitlers auf die Sowjetunion. Fünf Wochen, nachdem die Skelette mit moslemischen Ritualen wieder beigesetzt wurden, kam die Wende im 2. Weltkrieg mit der Schlacht um Stalingrad.


Info

Samarkand hat etwa 400.000 Einwohner und ist von Taschkent aus per Flugzeug, Zug und Bus erreichbar. An Restaurants und Hotels herrscht wirklich kein Mangel. Interessant fand ich die Labi-Gor Chaikhana unweit des Registan.

Tipp: Wir haben im Bakhodir B&B übernachtet und waren von der Freundlichkeit der Wirtsleute begeistert. Für 7 $ hatten wir ein gutes Zimmer und für nur einen weiteren Dollar wurde ein reichhaltiges und leckeres Abendessen gezaubert. Brauchten wir Hilfe z.B. bei der Organisation eines Taxis, war der Wirt sofort hilfsbereit zur Stelle. Absolut zu empfehlen!

Bakhodir B&B, etwas östlich unweit des Registan gelegen in 132 Mullokandova Street, Tel. (3662) 358529.
Das Furkat B&B befindet sich fast direkt daneben in der Mullokandova Street Nr. 32 u. 105.


© 2004 Kay Estler