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ChiwaDie über 2.500 Jahre alte Stadt war früher Hauptstadt des im Jahre 1511 gegründeten Khanats Choresm. Herzstück von Chiwa ist die innerhalb der 2,2 km langen Stadtmauer gelegene Altstadt (Ichan Kala). Hier leben etwa 2.000 der 40.000 Einwohner Chiwas.

Seit 1967 ist Chiwa eine Museumsstadt, seit 1990 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Kalta Minor

 

 

 

 


In der Altstadt fällt sofort das abgeschnittene Minarett auf: Kalta Minor. Es wurde 1852 errichtet und sollte einmal mit über 70 m das höchste der islamischen Welt werden. Es gibt zwei Gerüchte, warum es aber über die gegenwärtigen 26 m nicht hinausgekommen ist. Das erste geht davon aus, dass die Bauarbeiten nach dem Tod des Khans Medamin abgebrochen wurden. Die zweite Variante besagt, dass der Architekt heimlich dem Bau eines noch größeren Minaretts in Buchara zugestimmt hatte und für seinen Verrat vom Minarett gestoßen wurde.

Islam Khoja Minarett

Mit knapp 45 m ist das Islam Khoja Minarett etwas höher. Es wurde im Jahr 1910, die daneben liegende gleichnamige Medrese (Medrese: Koranschule) zwei Jahre früher. Wenn man die 118 Stufen in den Turm des Minaretts hinaufsteigt, kann man einen grandiosen Ausblick auf die Stadt und die Wüste Karakum genießen.

Weitere lohnenswerte Sehenswürdigkeiten Chiwas sind u.a. die Juma Moschee (1788) mit den 218 Holzsäulen, der Kukhna Ark, Festung und Residenz des Khans, der Tash Hauli Palast, wo der Harem des Khan untergebracht war und das Pakhlavan Mahmoud Mausoleum, welches zum Gedenken an den von 1247 bis 1325 lebenden Herkules des Ostens, Ringer und Poeten errichtet wurde.Stadtmauer

 

 

 

 

Teile der Stadtmauer stammen aus dem 5. Jh., die meisten Sektionen wurden jedoch im 17. Jh. errichtet.

Alles in allem ist Chiwa absolut faszinierend. Spaziert man durch die Stadt, fühlt man sich wirklich wie in einem Museum.

  

Info

Chiwa liegt etwa 35 km südwestlich von Urgench und ist von dort aus relativ einfach mit Taxi (6 $), Sammeltaxi oder Bus erreichbar. Es gibt ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten, wobei die Preise innerhalb der Stadtmauer etwas höher liegen. Wie überall gilt es aber auch hier, um den Preis zu handeln.

Tipp: Hotel Sabir Arkanchi, etwa 300 m nördlich des Nordtores gelegen (10 $ mit Frühstück)

Restaurants sind ebenfalls genügend vorhanden. Die Schaschliks waren in der Chaikhana kurz hinter dem Westtor am leckersten. Gemütlich war es aber auch im Teehaus neben der Islam Khoja Medrese und in der Chaikhana Farukh gegenüber der Juma Moschee.


© 2004 Kay Estler