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WohnwagenNach der großen Stadt Samarkand wollten wir wieder mal etwas Natur genießen. Unser Ziel hieß Chimgan, ein beliebtes Wintersportzentrum in den Bergen östlich von Taschkent. Als Transportmittel hatten wir uns diesmal den Zug ausgesucht. 7 Uhr morgens fuhren wir in Samarkand los, gegen 12 Uhr erreichten wir Taschkent. Zwei Stunden später ging es im voll besetzten Regionalzug bis nach Gazalkent (2 h). Hier nahmen wir uns dann ein Taxi für die letzten 20 km bis nach Chimgan. Im Ort begann zunächst die Suche nach einer Unterkunft. Es gibt hier zwar einige schicke Ferienhäuser gut betuchter Taschkenter, aber nur ein Hotel, das "Chimgan". Schon der erste Eindruck war schockierend.

 


Großer Chimgan (3.309 m)Der Hotelkomplex stammt noch aus Sowjetzeiten und ist teilweise so heruntergekommen, dass nur noch ein Haus als Hotel dient. Und die dortigen Zimmer luden nicht gerade zur Übernachtung ein. Da konnte uns auch der Preis von 5 $ p.P. nicht trösten. So suchten wir uns eine andere Bleibe und wurden in einer Feriensiedlung fündig. Wir mieteten einen Wohnwagen für 10 $ pro Tag, von dem aus man einen tollen Blick auf die umliegenden Berge mit dem 3.309 m hohen Großen Chimgan hatte.

Ein Abendausflug in den Ort geriet dann noch zum Abenteuer, als wir bei hereinbrechender Dunkelheit den Rückweg nicht finden konnten und erst nach langer verzweifelter Suche und einigen Verständigungsproblemen mit Hilfe eines Einheimischen unsere Wohnwagensiedlung finden konnten...

Blick auf ChimganAm nächsten Tag war das schöne Wetter vorbei. Es regnete und die Sicht war auch nicht besonders. Trotzdem machten wir uns auf eine Bergwanderung. Leider gab es kaum ausgetretene Pfade und das Gras war auch sehr hoch. Durch den Regen war der Boden so aufgeweicht, dass wir "Elefantenfüße" bekamen. Wir erreichten aber doch die Spitze des Berges und konnten doch noch auf den Ort mit den grünen Skischneisen hinunterblicken.

Zurück in Chimgan wurden wir dann noch vollkommen spontan von einer Gruppe junger Usbeken zum Mittag eingeladen. Bei einem reichhaltigen Mahl, Wodka und gegorener Stutenmilch (eklig!) hatten wir trotz weniger Brocken Russisch viel Spaß zusammen und vergnügten uns bei dem Versuch, die usbekischen Discotänze nachzuahmen.


© 2004 Kay Estler