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Kalon Minarett und MoscheeDa eine Busfahrt doch ziemlich anstrengend ist, kamen wir noch einmal auf unseren Taxifahrer zurück, um uns für 50 $ von Chiwa nach Buchara fahren zu lassen. Und erwartete nicht nur eine faszinierende Stadt, sondern auch Temperaturen um die 40 °C. 

Die heiligste Stadt Mittelasiens wurde wahrscheinlich im 13. Jh. v.u.Z. gegründet und hat heute 240.000 Einwohner. Seit 1993 gehört Buchara mit seinen über 350 Moscheen und 120 Medresen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Emirat von Buchara bestand bis ins Jahr 1920, als der Emir vor den sowjetischen Truppen unter General Frunse nach Afghanistan flüchtete.

 


Mir-i-Arab MedreseDie größte Anziehung entfaltet sicher das Poi-Kalon Ensemble. Das 48 m hohe Kalon Minarett wurde bereits im Jahr 1127 errichtet und galt bis in die 2. Hälfte des 19. Jh. auch als Todesturm, weil von ihm die Verurteilten zu Tode gestürzt wurden. Steigt man die 105 Stufen hinauf, bietet sich ein imposanter Blick auf Buchara.

Kuppel

 

 

 

 

 

Besonders eindrucksvoll ist die Mir-i-Arab Medrese (1541) mit ihren blauen Kuppeln. Vor den Moscheen haben Kinder ihre Stände aufgebaut, um die Touristen in fast perfektem Englisch oder Französisch von der Qualität ihrer Mützen, Schals oder Keramik zu überzeugen.

Das älteste architektonische Meisterwerk Bucharas stammt aus der Samaniden Dynastie (875-999). Das Ismael Samani Mausoleum beherbergt u.a. das Grab des Gründers der Dynastie, Ismael.

Ismael Samani Mausoleum

 

 

 

Chor Minor

 

 

 

 

 

 


Die Schönheit von Chor Minor (vier Minarette) machen insbesondere seine Form und die vier himmelblauen Kuppeln aus. Die 17 m hohen Türme stammen aus dem Jahr 1807 und sind das Überbleibsel einer früheren Medrese.

Wenn man auf der Suche nach etwas Entspannung und Geselligkeit ist, ist man im idyllischen Lyab-i-Hauz genau richtig. Lyab-i-Hauz ist ein von mehreren Restaurants umgebener Pool, an dem sich nicht nur Touristen, sondern vor allem auch viele Einheimische treffen, um sich zu erholen und zu unterhalten. Die Anlage wurde bereits 1620 errichtet und diente auch als Wasserreservoir. Ein Maulbeerbaum am Ufer datiert aus dem Jahr 1477.

 

 

Info

Buchara ist sowohl per Flugzeug, Taxi oder Bus sehr gut zu erreichen. Züge halten allerdings nur in Kagan, einige Kilometer außerhalb von Buchara.

Hotels gibt es in Buchara mehr als genug. Da dürfte für jeden Geldbeutel etwas dabei sein. Wenn man Geduld hat und etwas handelt, sollte man deutlich unter 10 $ pro Person kommen. Wir haben im Nazira-Azizbek B&B direkt am Lyab-i-Hauz übernachtet und waren zufrieden.

Auch kulinarisch bietet Buchara mit seinen Cafés und Teehäusern einiges. Sicher findet man außerhalb des Zentrums billigere Restaurants, aber ich fand die Atmosphäre am Lyab-i-Hauz einfach unvergleichlich. Da konnte man bei einem Bier oder Tee, gemischten Salat oder Schaschlik richtig entspannen und die Hitze vollkommen vergessen.


© 2004 Kay Estler