Trekking Karte Torres Del Paine CircuitInfo

Der Nationalpark Torres del Paine umfasst gegenwärtig eine Fläche von 1.814 km² und liegt 120 km nordwestlich von Puerto Natales. Der Park ist bei Trekkern in der ganzen Welt beliebt. Er beherbergt eine der berühmtesten Trekkingrouten überhaupt: den Circuito Torres del Paine. Diese Runde ist inklusive der Abstecher in die Seitentäler 123 km lang und kann je nach Wetter und eigenem Tempo an 8-10 Tagen absolviert werden. Als Ausgangspunkt bieten sich das Refugio Pehoe oder die Hosteria Las Torres an. Die Anfahrt erfolgt mit dem Bus von Puerto Natales. Der Trek wird regelmäßig gegen den Uhrzeigersinn begangen. Als kürzere Alternative erfreut sich das “W” immer größerer Beliebtheit. Dabei geht man vom Refugio Pehoe zum Refugio Grey, von dort zurück, macht dann die Abstecher ins Valle Francés und ins Valle Ascencio und endet an der Hosteria Las Torres. Diese Tour ist etwa 76 km lang und kann in 5 Tagen absolviert werden. Im Park und entlang der Strecke gibt es mehrere Hosterias und Refugios, in denen man übernachten kann. Ohne Vorbuchung hat man aber kaum eine Chance, einen der begehrten Plätze zu ergattern. Es bleiben aber immer noch die Campingplätze. Die rustikalen Plätze sind kostenlos, die besser ausgestatteten kosten etwa 5 € pro Person.

Tipps

Zur Vorbereitung und Durchführung der Tour kann ich folgende Reiseliteratur empfehlen:

  • Trekking Guide Patagonien von Ralf Gantzhorn, Bruckmann Verlag, München (2007), Preis: 18,90 €
  • Lonely Planet: Trekking in the Patagonian Andes von Carolyn McCarthy, 4. Auflage (2009), Preis: 14,40 €
  • Outdoor: Chile: Torres del Paine Circuito von Dirk Heckmann, Conrad Stein Verlag, 3. Auflage (2010), Preis: 12,90 €

Cuernos am Lago PehoeDie nächste Etappe sollte uns also in den Nationalpark Torres del Paine führen. Zunächst fuhren wir mit dem Bus von Calafate über die Grenze ins chilenische Puerto Natales (40 ARS), wo wir uns mit reichlich Lebensmitteln eindeckten und die Weiterfahrt in den Nationalpark für den nächsten Tag organisierten. Gegen 7 Uhr wurden wir mit dem Bus von Andescape vor dem Hostel abgeholt. Das Wetter war zunächst durchwachsen, aber es regnete wenigstens nicht. Am Parkeingang an der Laguna Amarga konnten wir bereits von weitem einen kurzen Blick auf die 3 Torres werfen. Nachdem wir den Parkeintritt von 10.000 Pesos bezahlt hatten, fuhren wir weiter zum Refugio Pudeto. Unterwegs begegneten wir einigen Nandus und Guanacos. Am Salto Grande genossen wir das beeindruckende Panorama von Wasserfall, den Cuernos (Hörner) und dem über 3.000 m hohen Paine Grande. Noch faszinierender wurde der Anblick, als wir mit der Fähre zum Refugio Pehoe ablegten. Im milchig-blaugrünen Wasser des Lago Pehoe spiegelte sich das ganze Bergmassiv wider. Jetzt kam auch die Sonne heraus und sollte uns an den gesamten fünf Tagen der Trekkingtour begleiten.

Glaciar GreyNach einer kurzen Stärkung machten wir uns gegen Mittag auf den 11 km langen Weg zum Refugio Grey. Der Pfad stieg zunächst ziemlich steil an und der Rucksack machte sich schnell bemerkbar. Aber nach knapp 2 h hatten wir den Mirador erreicht, von dem wir das erste Mal einen Blick auf den Gletscher werfen konnten. Nun begann ein anstrengender Abstieg. An den schief gewachsenen Sträuchern konnten wir erkennen, dass hier normalerweise ein starker Wind weht. Zum Glück blieb der uns erspart. Nach insgesamt 4 h Wanderung hatten wir den Campingplatz am Refugio Grey erreicht und suchten uns ein geeignetes Plätzchen. Anschließend machten wir noch einen Ausflug zur Spitze der Landzunge mit direktem Blick auf den Gletscher und sanken gegen 21 Uhr erschöpft in unsere Schlafsäcke.


Valle FrancesDie 2. Etappe über 18,6 km führte uns zunächst zurück zum Refugio Pehoe, das wir schon nach 3,5 h erreichten. Nach einer kurzen Mittagspause brachen wir zum Camp Italiano auf. Unterwegs säumten viele Feuerbüsche den Weg und ein Kondor zog über unseren Köpfen seine Kreise. Die Cuernos kamen immer besser ins Blickfeld. Wir überquerten die zwei Brücken über den Río del Francés und erreichten nach 3 h unser Camp. Vom gegenüberliegenden Gletscher Francés hörten wir immer wieder lautes Grollen, ein Zeichen dafür, das wieder ein großes Stück Eis den Hang hinunter gestürzt war. Nach ein paar Nudeln war wieder frühe Nachtruhe angesagt, die allerdings immer wieder vom Krachen des Gletschers unterbrochen wurde.

 

Cuerno in WolkenAm nächsten Morgen ließen wir unser Zelt zunächst stehen und machten uns nur mit einem Tagesrucksack auf den Weg hinauf ins Valle Francés. Nach 2 h hatten wir das Camp Británico erreicht und nach weiteren 15 min einen schönen Aussichtspunkt. Der Himmel war zunächst durch tiefhängende Wolken bedeckt, die sich aber langsam lichteten. Nach und nach kamen die das Tal begrenzenden Berge zum Vorschein. Sie erweckten den Eindruck einer Festungsmauer. Wäre es nicht so kühl gewesen, ich hätte stundenlang hier sitzen können, um diese Monsterfelsen zu bestaunen. Schließlich machten wir uns aber wieder auf den Weg nach unten. Wir bauten unser Zelt ab und nahmen die 5,5 km lange Strecke zum Camp Los Cuernos in Angriff. Jetzt war keine Wolke mehr am Himmel zu entdecken. Der Pfad war teilweise sehr matschig. Nach einem kurzen Anstieg kam ein steiler, sandiger und rutschiger Abstieg. Anschließend wanderten wir direkt am Ufer des Lago Nordenskjöld entlang. Nach 2 h erreichten wir das Camp, wo wir eine Weile suchen mussten, um zwischen vielen bereits belegten und oft sehr abschüssigen Plätzen noch etwas geeignetes für unser Zelt zu finden. Die anschließende erste Dusche nach 3 Tagen war eine reine Wohltat. Zur Feier des Tages gönnten wir uns dann auch eine überteuerte Dose Bier auf der Wiese vor dem Zelt.


© 2005 - 2007 Kay Estler