Friedhof in Punta ArenasVon Puerto Natales nach Punta Arenas war es schon fast ein Katzensprung. Gerade mal 3 h benötigte der Bus.

Punta Arenas hat immerhin 110.000 Einwohner und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Militärstützpunkt gegründet. Als die chilenische Regierung 1876 die Erlaubnis zur Schafzucht erteilte, begann ein regelrechter Boom, in dessen Folge sich unzählige Auswanderer aus ganz Europa in der Stadt niederließen. Die berühmtesten war die jüdische Familie von Moritz Braun und die des Asturiers José Menéndez. Beide Familien beherrschten die Szene und verbündeten sich, als Braun die Tochter von Menéndez heiratete. Sie importierten Zuchthengste aus Neuseeland, Schäfer von den Hebriden und teure Möbel aus Europa. Ihr Palast wurde zum Treffpunkt der High Society von Punta Arenas.

Denkmal für unbekannten IndianerAuf dem Friedhof von Punta Arenas kann man sich anhand der prunkvollen Mausoleen vom Reichtum der Familien überzeugen. Erst mit der Eröffnung des Panamakanals im Jahre 1914 verlor Punta Arenas wieder an Bedeutung.

Ganz anders die indianische Bevölkerung. Ganz am Rande des Friedhofs befindet sich gerade mal ein kleines Denkmal für den unbekannten Indianer. Allerdings befinden sich hier immer frische Blumen.

Von der Geschichte der Besiedlung Punta Arenas kann man sich sehr gut im Museo Regional Salesiano überzeugen. Die Salesianer unter Führung des italienischen Priesters José Fagnano kamen ab 1887 nach Südamerika, um die indianische Urbevölkerung zu christianisieren. Sie gründeten mehrere Missionen, in denen die Indianer leben mussten. Sie wurden mit getragener Kleidung aus Europa ausgestattet. Allerdings enthielt diese Kleidung oft Krankheitserreger, gegen die die Indianer keine Abwehrstoffe hatten. Infolge dessen starben viele Indianer. Darüber findet man allerdings nichts im Museum. Heute gibt es faktisch keinen reinblütigen Indianer mehr im südlichen Patagonien.

Denkmal für MagellanAuf dem Marktplatz von Punta Arenas steht ein großes Denkmal für Ferdinand Magellan. Sein Kopf ist stolz nach oben gerichtet und blickt in Richtung der Magellanstraße. Zu seinen Füßen sitzen natürlich unterwürfig zwei Patagonier mit großen Füßen. Der Fuß des einen Indianers glänzt bronzefarben. Er wird regelmäßig von Touristen angefasst, denn es heißt, wer ihn berührt, kommt wieder hierher zurück.

Magellan, Portugiese im Dienste des spanischen Königs, entdeckte die nach ihm benannte Meerenge zwischen dem südamerikanischen Kontinent und Feuerland am 21. Oktober 1520. Er hatte dabei offenbar von einer Karte des Nürnberger Kartographen Martin Behaim Kenntnis, die er zuvor beim portugiesischen König gesehen hatte. In dieser Karte war eine Süd-West-Passage aufgezeichnet. Behaim war der Auffassung, dass der unbekannte antarktische Kontinent vom Rest der Welt durch Wasser getrennt sein musste.

Pinguine

 

 

 

Pinguin

 

 

 

 

 

 


Wir hatten noch eine Tour zur Pinguinkolonie auf der Isla Magdalena in der Magellanstraße gebucht (19.000 CLP). Die Fahrt mit dem Fährschiff “Melika” dauerte etwa 2 h. Was wir dann zu sehen bekamen, war einfach nur unbeschreiblich. Die Insel war ein einziges schwarzweißes Pinguinmeer. Es trompetete aus allen Ecken. Die Tiere ließen sich auch nicht dadurch stören, dass wir 1 h lang auf markierten Wegen zwischen ihnen umher spazierten. 62.000 Magellanpinguine halten sich hier regelmäßig zwischen Oktober und April auf, bevor sie in wärmere Gefilde ziehen.

Magellanpinguine werden 50-60 cm groß, sind 4-5 kg schwer und werden bis zu 10 Jahre alt.

 


© 2005 Kay Estler