Iglesia Parroquial in DalcahueDie erste Tour führte uns auf die Isla Grande de Chiloé, einer etwa 190 km langen und 50 km breiten Insel vor der chilenischen Küste bei Puerto Montt mit 150.000 Einwohnern. Chiloé wurde 1567 von Martín Ruiz de Gamboa für Spanien in Besitz genommen und ist vor allem für seine 150 Holzkirchen berühmt geworden, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erbaut worden und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Die Überfahrt mit der Fähre auf dem Canal de Chacao nach Chiloé dauerte etwa 30 Minuten. In einigen Jahren wird sich hier eine 2,6 km lange und 180 m hohe Hängebrücke spannen. Die Firma Hochtief hat 2005 den Auftrag bekommen, diese schon lange geplante Brücke bis zum Jahre 2012 zu errichten.

Chiloé war stark vom schweren Erdbeben vom 22.05.1960 betroffen, dem kräftigsten bisher gemessenen Beben überhaupt mit einer Stärke von 9,5 auf der Richterskala. Viele der über 5.000 Menschen, die dem Beben damals zum Opfer fielen, starben durch die über 15 m hohe Flutwelle, die die Küste von Chiloé und vor allem die Stadt Ancud heimsuchte.

Stelzenhäuser (Palafitos)

 

 

 

Castro ist die Hauptstadt der Provinz Chiloé und hat etwa 39.000 Einwohner. Bekannt ist die Stadt für ihre Stelzenhäuser, die so genannten Palafitos. Bei Flut können die Fischer mit ihren Booten direkt unter die Häuser fahren. Die Palafitos wurden wahrscheinlich in Richtung Meer erbaut, um sich das Geld für den Grund und Boden zu sparen, denn der Meeresgrund gehört bekanntlich allen.

 

CurantoCuranto ist das Nationalgericht auf Chiloé und sollte schon mal probiert werden. Es besteht u.a. aus Muscheln, Huhn, geräucherter Schweinewurst und Kartoffeln. Ein sehr üppiges Mahl, aber durchaus lecker.

Leider gilt Chiloé auch als das Armenhaus Chiles. Die Landwirtschaft und der Fischfang reichen oft nicht aus, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb sind viele Chiloten gezwungen, die Insel zu verlassen, um in den Kupferminen im Norden des Landes nach Arbeit zu suchen oder als Schafscherer im Süden Patagoniens von Estancia zu Estancia zu ziehen.

 

 


© 2005 Kay Estler