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Marktfrau in OtavaloVon Quito aus fährt man etwa 2 h mit dem Bus nach Norden, um nach Otavalo zu gelangen. Diese Stadt ist vor allem für ihren Samstagsmarkt bekannt. Aber auch an anderen Wochentagen herrscht hier reges Markttreiben. Die Otavaleños tragen dabei immer ihre typische Kleidung.

Nach dem Besuch des Marktes fuhren wir weiter ins Nachbardorf Ilumán, wo wir bei einer indianischen Hutmacherfamilie übernachteten. Deren Lebensbedingungen sind wirklich sehr einfach, umso mehr hat mich ihre Gastfreundschaft beeindruckt.

Otavalo liegt in einer landschaftlich sehr reizvollen Umgebung mit vielen hohen Bergen und zahlreichen Lagunen. In der Nähe von Cotacachi, einer Kleinstadt, die für ihre Lederwaren (Jacken und Gürtel!) bekannt ist, liegt auf 3.070 m Höhe die schöne Lagune Cuicocha, ein Kratersee, den man umwandern kann.

Hängebrücke San Francisco in Baños

 

 

 

 

 


In einer vierstündigen Busfahrt gelangt man von Quito aus nach Baños, einem netten Erholungsort am Fuße des Vulkans Tungurahua (5.016 m). Infolge eines Ausbruchs im Jahr 1999 musste damals die ganze Stadt evakuiert werden. Baños ist besonders als Ausgangspunkt in die Selva, den Regenwald, geeignet. Aber auch so wird es wegen seines subtropischen Klimas, einigen hohen Wasserfällen, den heißen Quellen und sehr guten Wandermöglichkeiten von vielen Touristen besucht.Markt in Riobamba

Riobamba liegt nur 2 h mit dem Bus von Baños entfernt, hat aber außer einer schönen Basilika kaum nennenswerte Sehenswürdigkeiten. Dafür lohnt sich auch hier ein Bummel über den Markt. Riobamba ist aber der Ausgangspunkt für den berühmten Zug zur Teufelsnase. Dies war mal eines der letzten großen Zugabenteuer auf einer der schwierigsten Strecken der Welt. Es muss schon ein tolles Erlebnis sein, die Zugfahrt mit einer Dampflok auf dem Dach eines Waggons durch diese canyonartige Landschaft mitzumachen. Leider war dies zumindest 2003 nur eingeschränkt möglich. Offenbar hält die baufällige Strecke einen großen Zug mit Dampflok nicht mehr aus. Deshalb fährt nur noch ein Triebwagen zwischen Riobamba und der Teufelsnase. Da kann man zwar auch auf dem Dach sitzen, aber das Erlebnis ist nur halb so schön.

Zug zur TeufelsnaseDie Landschaft ist aber trotzdem beeindruckend. Kurz nachdem wir einen Berg umfahren haben, taucht plötzlich der fast wolkenfreie Chimborazo auf, mit 6.310 m der höchste Berg Ecuadors. Später wird die Vegetation trockener und die wilde Fahrt geht direkt am Abgrund entlang durch einen Canyon. Schließlich wird der Hang so steil, dass der Zug rangieren, also rückwärts fahren muss, um nach unten zu kommen.

Chimborazo

 

 

 

 

 

 

An der Teufelsnase angekommen, fahren wir nach einer kurzen Pause zurück nach Alausí, von wo es mit dem Bus weiter nach Cuenca geht.
 

 


© 2003 - 2004 Kay Estler