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FregattvogelDas Schiff hat über Nacht eine große Entfernung zurückgelegt. Als wir aufwachen, ankern wir schon in der Darwin Bay vor Genovesa oder Tower, wie die Insel im Englischen heißt. Dieser Name leuchtet uns bei näherer Betrachtung sofort ein. Ein flaches Plateau, von dem aus man die ganze Gegend überblicken kann, ragt bis zu 76 m aus dem Meer. Mit dem Dingi fahren wir zu den Prince Philip's Steps, wo wir die Klippen hinaufsteigen. Uns empfängt eine große Vogelschar. Masken- und Rotfußtölpel sowie Fregattvögel schwingen sich durch die Lüfte. Mir fällt gleich auf, dass man sich den Tieren ohne Probleme nähern kann, ohne dass sie gleich wegfliegen. Sie kennen den Menschen als Feind nicht.

Besonders interessant sind die Fregattvögel. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,50 m gelten sie als Piraten der Lüfte, die den anderen Vögeln die Nahrung und die Materialien zum Nestbau abjagen. Während die Weibchen mit ihrer weißen Brust recht unscheinbar sind, zeichnen sich die Männchen durch ihren riesigen Kehlsack aus, mit dem sie ihre Paarungsbereitschaft signalisieren. Es dauert etwa 45 min, bis der Kehlsack zur vollen Pracht aufgeblasen ist. Fliegt nun ein Weibchen vorbei, legt das Männchen seinen Kopf nach hinten, schlägt mit den Flügeln und klappert mit dem Schnabel. Rotfußtölpel

Mit seinem gebogenen Schnabel ist der Fregattvogel nur in der Lage, Fische an der Wasseroberfläche zu jagen. Ganz anders dagegen die Rotfußtölpel. Sie können weite Flüge auf das offene Meer unternehmen, um sich dann im Sturzflug auf Nahrungsfang in die Fluten zu begeben. Sie sind ständig damit beschäftigt, ihr Gefieder zu putzen. Dabei wird in ihrem Körper eine Art Öl produziert, das sie benutzen, um mit dem Schnabel ihre Federn geschmeidig zu halten.Klippenkrabbe

Nach einer kurzen Mittagspause begeben wir uns an den Strand der Darwin-Bay. Einige nutzen die Chance zum Schnorcheln, andere baden oder liegen am Sandstrand.  Klippenkrabben krabbeln über die Lavasteine auf der Suche nach Algen.

 


SeelöweAm Strand tummelt sich eine größere Anzahl von Seelöwen. Sie werden von den Menschen überhaupt nicht abgeschreckt und sonnen sich gemütlich. Es ist schon ein tolles Gefühl, so mitten unter diesen Tieren am Strand zu spazieren und baden zu gehen.

Auch hier können wir in einem Mangrovenwäldchen größere Kolonien von Fregattvögeln und Rotfußtölpeln beobachten. Es ist ein ziemliches Spektakel, den Fregattvögeln zuzusehen, wie sie unter großem Gekreische den anderen Vögeln die gerade gefangenen Fische oder das mühsam gesammelte Nestmaterial abjagen.

So klingt dann auch der zweite Tag unserer Kreuzfahrt langsam aus. Im Briefing am Abend stimmen wir uns schon etwas auf die Insel Española, das Ziel des nächsten Tages, ein.
 

 

 


© 2003 - 2004 Kay Estler