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Iglesia San FranciscoNicht La Paz ist die Hauptstadt Boliviens, sondern das kleinere Sucre im Süden des Landes. Sucre hat 178.000 Einwohner und liegt auf angenehmen 2.750 m Höhe. Das Stadtbild ist von einem kolonialen Baustil geprägt. Bei angenehmen Temperaturen bis zu 25 °C lässt es sich hier gut aushalten.

Dino Tracks

 

 

 

 

 


Seit Oktober 1994 verfügt Sucre über eine neue Sehenswürdigkeit. Bei Baggerarbeiten nahe einer großen Zementfabrik stieß man auf eine große Wand mit über 5.000 Dinosaurierspuren von 150 verschiedenen Tieren. Der größte Abdruck hat einen Durchmesser von 80 cm und stammt von einem
25 m langen Titanosaurus. Leider gehört das Gebiet immer noch zum Privatgelände der Zementfabrik und die Baggerarbeiten gehen immer weiter. Zumindest wurde aber die 350 m hohe Wand unter Naturschutz gestellt, um eine Zerstörung der Spuren zu verhindern. Durch die weitere Abtragung des Erdreichs werden immer neue Spuren freigelegt. Die Paläontologen sind schon ganz gespannt, was unter der Erde noch alles zum Vorschein kommt.
Zu den Dinospuren gelangt man am besten mit dem Dinotruck, der täglich um 9.30 Uhr, 12.00 Uhr und 14.30 Uhr an der Kathedrale startet.
 

Tarabuco FrauTarabuco MannWenn man in Sucre ist, sollte man auf keinen  Fall den Sonntagsmarkt in Tarabuco 63 km östlich von Sucre versäumen. Dieser Markt ist einer der größten Märkte Boliviens, der noch nicht ganz zum Touristenmarkt verkommen ist. Interessant sind vor allem die Trachten der einheimischen Bevölkerung, die noch aus der Inkazeit stammen. Die Männer tragen dabei oft lederne Kopfbedeckungen, die auf die Helme der spanischen Kolonialisten zurückgehen. Gehandelt werden vor allem Waren des täglichen Bedarfs wie Obst, Gemüse, Fleisch und nicht zuletzt natürlich auch Coca-Blätter. Die Tarabuqueños sind sehr kamerascheu, deshalb sollte man sich entweder beim Fotografieren clever anstellen oder fragen, ob man knipsen darf. Oft wird dabei ein kleiner Obulus verlangt.

Nach Tarabuco gelangt man u.a. mit einer Tour von Sucre aus, die man in Bergarbeiter im Cerro Rico
einer der Agenturen an der Iglesia San Francisco buchen kann.

Die Bergarbeiterstadt Potosí mit 140.000 Einwohnern liegt auf einer Höhe von über 4.000 m und ist damit die höchstgelegene Großstadt der Erde. 1545 entdeckten die Spanier im 4.865 m hohen Cerro Rico umfangreiche Silbervorkommen und machten die Stadt zum führenden Zentrum des Silberbergbaus in der Welt.

Cerro Rico

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inzwischen sind die  Silbervorkommen fast erschöpft, aber immer noch wird vor allem Zinn abgebaut. Die Arbeitsbedingungen sind dabei fast die gleichen wie vor 450 Jahren. Die Bergarbeiter arbeiten 48 h ununterbrochen, ohne größere Mengen an Nahrung zu sich zu nehmen. Allein die Cocablätter vertreiben das Hungergefühl. Die Lebenserwartung der Mineros ist mit ca. 45 Jahren entsprechend gering.

Fast überall in der Stadt kann man Touren zum Cerro Rico buchen, bei denen man sich etwa 2 h im Berg aufhält. Obwohl der Berg durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse, ist so eine Tour relativ ungefährlich, da der Berg vertikal gefaltet ist und somit kaum Schichten aufeinander stürzen können. Etwas körperliche Beweglichkeit ist allerdings schon erforderlich. Vor Beginn der Tour sollte man auf einem der vielen Märkte einige Cocablätter oder eine Dynamitstange kaufen, um den Mineros ein kleines Geschenk mitzubringen. Aber Vorsicht! Ich hatte die Hosen schon etwas voll, als ich mich mit einer Dynamitstange in der linken und einer Karbidlampe in der rechten Hand durch die Gänge bewegte.


@ 2002 - 2004 Kay Estler