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Laguna VerdeBei einer Einreise nach Bolivien sollte man als Höhenunangepasster möglichst einen Direktflug von Europa nach La Paz vermeiden. Nach einem Aufenthalt in Chile ist dafür aber eine Jeeptour von San Pedro de Atacama nach Uyuni ausgezeichnet geeignet. In San Pedro bieten verschiedene Veranstalter diese 3-Tagestour durch den Salar de Uyuni an. Man sollte dabei nicht den letzten Cent sparen, denn es gibt immer viele Gerüchte über liegengebliebene Autos und ausgegangenes Essen. Einer der renommiertesten Anbieter ist sicher Colque Tours, bei denen der Trip
80 $ kostet.

Die wilde Fahrt beginnt mit einer kurzen Busfahrt zur bolivianischen Grenze, wo die Grenzformalitäten abgewickelt werden. Dort bekommt man an der Laguna Verde und der Laguna Blanca schon einen ersten Eindruck, was für eine faszinierende Landschaft einen in den nächsten Tagen erwartet.

FlamingosFast jede Lagune hat wegen der Anpassung des Planktons und der Algen an die unterschiedlichen Mineralien verschiedene Farben. Und oft sieht man ganze Scharen von Flamingos, die mit ihrem Schnabel das Wasser nach verwertbarer Nahrung durchfiltern. Dabei ist ein Flamingo etwa 16 Stunden mit Fressen beschäftigt, um seinen Tagesbedarf zu decken.

Noch am ersten Tag geht es kräftig bergauf und man bekommt bei den Geysiren Sol de Mañana in 4.900 m Höhe schon einen dicken Kopf. Dafür fühlt man sich bei den blubbernden Schlammlöchern wie am Eingang zur Hölle. Am Nachmittag wird dann die Laguna Colorada erreicht, deren Farbspiel zwischen rot und braun schwankt. Die Übernachtung in 4.280 m Höhe erfordert dann schon einige Höhenadaption.
 

Salar de Uyuni Der zweite Tag beginnt dann mit einem Abstecher zum Arbol de la Piedra, einem bizarren Steinbaum. Vorbei an vielen bunten Lagunen kommt später der Vulkan Ollagüe ins Blickfeld, aus dessen Krater Dampfwolken emporsteigen.

Am Morgen des dritten Tages wird schließlich der Salar de Uyuni erreicht. Diese Salzpfanne in 3.650 m Höhe ist stolze 160 km lang und 135 km breit. Zwischen Dezember und Februar wird der Salar durch die ausgiebigen Regenfälle unter Wasser gesetzt. Bei meiner Reise Anfang April standen die tiefer liegenden Teile des Salars noch etwa 10 cm unter Wasser, was das Schauspiel noch beeindruckender machte. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, mit dem Jeep über diesen 'See' zu fahren. Ich fühlte mich in dieser endlosen Weite wie über den Wolken.

Riesenkakteen auf Isla InkahuasiMitten im Salar befinden sich die Isla Pescado und Isla Inkahuasi, die von Riesenkakteen nur so übersät sind. Diese Dinger werden bis zu 8 m hoch und laden zu einer Erkundungstour ein.

Weiter östlich liegt der Palacio de Sal, ein Hotel nur aus Salz gebaut, in dem man normalerweise auch übernachten kann. Bei meiner Reise war das Hotel allerdings geschlossen.

Der Salar de Uyuni dient aber der einheimischen Bevölkerung hauptsächlich zum Salzabbau. Die Jahresproduktion liegt bei 20.000 t. Dabei wird die frische Salzschicht des letzten Jahres zu Kegeln zusammengeschichtet, so dass das Wasser ablaufen kann. Das getrocknete Salz wird dann in die naheliegende Ortschaft Colchani transportiert, wo es von den Familien jodiert und in HandarbeitSalzabbau in kleine Beutel abgepackt wird. Der karge Lohn für 5 kg Salz ist schließlich 1 Boliviano (etwa 15 Cent).

 


 

Der größte Bodenschatz schlummert aber noch im Salar. Das Vorkommen an Lithium wird auf 9 Mio. Tonnen geschätzt und wäre eine riesige Einnahmequelle für das Land.
 


@ 2002 - 2004 Kay Estler