Indonesien

Yeti Airlines PassZu Beginn unserer Reise steht eine sechstägige Trekkingtour von Simikot im Westen Nepals zur tibetischen Grenze bei Hilsa auf dem Programm. Die Anreise erfolgt dabei über einen Flug nach Nepalgunj an der nepalesisch-indischen Grenze. Deshalb halten wir uns zunächst nicht lange in Kathmandu auf, sondern checken am Inlandsflughafen bei “Yeti Airlines” ein. In einer kleinen Jetstream 41 genießen wir trotz einiger Wolken den Ausblick auf den Himalaya. Und ich kann zumindest visuell einen Haken hinter meinem ersten Achttausender machen, dem Manaslu (8.163 m). Bei der Ankunft in Nepalgunj werden wir fast von der drückenden Hitze erschlagen.

Am nächsten Morgen sind wir alle froh, dass das Wetter mitspielt und wir diesen Ort schnell wieder verlassen können.

SimikotAn Bord einer Twin Otter fliegen wir am nächsten Achttausender, dem Dhaulagiri (8.167 m), vorbei und können schon von weitem den weißen Streifen der Landepiste von Simikot in 2.900 m Höhe erkennen. Mit einem Blick ins offene Cockpit kann ich genau verfolgen, wie der Pilot mit seiner jungen Kopilotentochter das kleine weiße Band ansteuert und die Maschine kurz später auf der Holperpiste sicher zum Stehen bringt. Das war schon mal aufregend und spannend zugleich!

Während unsere Mannschaft die Sachen zusammenpackt und das Mittagessen kocht, machen wir einen Spaziergang durch das Dorf und sind sofort von vielen Kindern umringt. Die Häuser mit den Leitern auf den Dächern zwischen den Stockwerken erinnern mich etwas an Pueblos.
 

Junge in SimikotThakuri-Frau in Simikot

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt kann es losgehen! Etwas unwohl wird uns, als wir die Größe unserer Begleitmannschaft erkennen: 3 Sherpas, 4 Küchenhelfer, 7 Träger, 12 Esel, 3 Pferde und 2 Dzos (Kreuzung aus Yak und Rind). Und das alles für nur 8 Leute?!

Simikot-Hilsa Trek

Der komplette Trek bei Google Earth:

Simikot_Sher_Trek.kmz

GPS-Koordinaten (Garmin etrex Vista Cx):

Simikot_Sher_Trek.gdb


(Hinweis: Der Internet Explorer versucht meistens, die “.kmz”-Datei als “.zip” zu speichern.
In diesem Fall beim Speichern einfach die Erweiterung in “.kmz” ändern oder die Datei nach dem Herunterladen umbenennen.)

Karnali1. Tag: Simikot (2.980 m) - Chauganphaya (2.340 m) - 8,4 km

Die Sonne lacht und es ist angenehm warm. Vom leckeren Essen gut gestärkt machen wir uns am Nachmittag auf den Weg. Zunächst geht es am Dorf vorbei einen Anstieg bis zu einer Passhöhe auf 3.250 m hinauf. Ich spüre die Höhe, der kleine Anstieg strengt schon mächtig an und ich komme ganz schön ins Schwitzen. Ab jetzt geht es für heute fast nur noch bergab. Tief unten im Tal sehen wir schon den Karnali, einen der heiligen Flüsse, die im Kailash-Gebiet entspringen. Ihm werden wir in den nächsten Tagen ein ganzes Stück flussaufwärts folgen.

Der Abstieg wird stellenweise ziemlich steil und ich rutsche auf dem sandigen Boden manchmal nach unten. Mehrere kleine Dörfer säumen unseren Weg. Oft stecken die Kinder ihre neugierigen Nasen aus den Häusern, um zu sehen, wer hier vorbeikommt. Für eine Halbtagesetappe will der Weg einfach kein Ende nehmen. Wir hätten doch etwas früher in Simikot loslaufen sollen, denn es wird schnell dunkel. Ich reiße meine Augen auf, um möglichst viel vom Weg zu erkennen, der nicht immer einfach ist. Unter dem Einsatz einiger Stirnlampen erreichen wir schließlich unser Camp in Chauganphaya. Mein Kopf brummt etwas. Aber nach einer Tasse Tee, etwas Gebäck und dem anschließenden Abendbrot ist das alles vergessen und ich schlafe schnell ein.Schafherde

 


Spreu vom Weizen

 

 

 

 

 

 

 

2. Tag: Chauganphaya - Kermi (2.770 m) - 10,0 km

Gegen 7 Uhr werden wir mit einer Tasse Tee am Zelt geweckt. Die Sonne lacht. Es geht langsam, aber stetig bergan. Unterwegs treffen wir immer wieder auf Herden mit Ziegen, Schafen und Eseln. Uns wird die Bedeutung des Treks als Handelsroute zwischen Nepal und Tibet bewusst, denn die Tiere haben oft Säcke mit Salz auf ihrem Rücken. Unterwegs genießen wir immer wieder den tollen Blick auf den Karnali und seinen Canyon. Am Nachmittag erreichen wir unser Camp in Kermi. Da es hier an einem Berghang heiße Quellen geben soll, müssen wir nicht lange überredet werden und steigen den Berg hinauf. Das Bad in dem mindestens badewannenwarmen Wasser ist eine wahre Wohltat und tut uns ausgesprochen gut. Auf dem Rückweg durchs Dorf sehen wir einigen Bewohnern zu, wie sie die Spreu vom geernteten Getreide trennen. Am Abend in Camp genießen wir noch einmal ein Lhasa Bier, das letzte für die nächsten Tage, denn es geht jetzt ständig weiter in größere Höhen.


© 2007 - 2008 Kay Estler