Indonesien

Kloster TashilhunpoWeiter geht unsere Klostertour mit der Fahrt nach Shigatse, der zweitgrößten Stadt Tibets. Hauptattraktion ist das Kloster Tashilhunpo mit dem historischen Sitz des Panchen Lamas, des zweithöchsten religiösen Oberhaupts der Tibeter. Besonders beeindrucken mich die 26 m hohe Statue von Maitreya, dem Buddha der Zukunft, sowie die riesigen Grabstupas der Panchen Lamas.

Info

Das Kloster Tashilhunpo ist eine der sechs großen Institutionen der Gelugpa, zusammen mit den Klöstern Drepung, Sera und Ganden in Lhasa sowie Kumbum und Labrang in Amdo. Es wurde 1447 gegründet.

Mönch vor Kumbum in GyantseDer Panchen Lama gilt als eine Reinkarnation Amitabhas, des Buddhas des unendlichen Lichts. Der 10. Panchen Lama starb am 28.01.1989 in Shigatse angeblich an Herzversagen. Die meisten Tibeter glauben jedoch, dass er umgebracht wurde. Sein Nachfolger wurde 1995 gefunden und auch vom 14. Dalai Lama anerkannt. Dies erboste die Chinesen so sehr, dass sie ihn samt seiner Familie entführten. Ihr Schicksal ist bis heute ungewiss. Im Dezember 1995 präsentierte die chinesische Regierung ihren eigenen Kandidaten, dessen Eltern „zufällig“ Mitglieder der Kommunistischen Partei sind. Er lebt in Peking und wird von den meisten Tibetern nicht anerkannt.

Links
  • Kloster Tashilhunpo bei Wikipedia
  • Kloster Tashilhunpo bei tibetreisen.com
  • Kloster Tashilhunpo bei China Travel Guide (engl.)
  • Kloster Tashilhunpo bei China Culture (engl.)
  • Offizielle Homepage des Klosters Tashilhunpo (engl.)
  • Panchen Lama bei Wikipedia
  • Beziehungen zwischen Dalai Lamas und Panchen Lamas
  • Gedenkschrift des TCRHD zum 15. Geburtstag des 11. Panchen Lama
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    Stadtbild von GyantseAuf der Weiterfahrt leuchtet uns schon von weitem der Gyantse Dzong, ein aus dem 14. Jahrhundert stammendes Fort, entgegen. Als wir am nächsten Morgen bei herrlichem Sonnenlicht einen Teil des Berges erklimmen, bieten sich uns fantastische Blicke auf die Altstadt von Gyantse und die Klosteranlage mit dem Pelkor Chöde und dem 36 m hohen Kumbum. Der Weg durch die Altstadt zum Kloster wird für mich zu einem der heimlichen Höhepunkte der Reise. Wir beobachten, wie die Stadt langsam aus dem Schlaf erwacht. Vor den Häusern parken Kühe statt Autos. Frauen sind unterwegs zu einer Wasserstelle und schleppen anschließend mit Wasser gefüllte Milchkannen auf ihren Buckeln nach Hause. Wo sind eigentlich die Männer?

     

    KumbumLehre BuddhasBuddha

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Info

    Kloster Pelkor ChödeGyantse liegt auf knapp 4.000 m und hat etwa 60.000 Einwohner. Die Gegend um Gyantse wurde 1904 zum Schauplatz einer Schlacht zwischen den Tibetern und den britischen Truppen unter Colonel Younghusband. Letzterer marschierte anschließend bis nach Lhasa.

    Das 1418 gegründete Kloster Pelkor Chöde war einst ein Komplex aus mehreren Kollegien aus drei verschiedenen Orden des Tibetischen Buddhismus, den Gelugpa, Sakyapa und Kagyüpa.

    Das Kumbum („Stupa mit den 100.000 Buddhas“) hat 6 begehbare Stockwerke. Ein Rundgang im Uhrzeigersinn führt durch 108 Tore und 76 Räume mit Buddha-Figuren. Die vier großen allsehenden Augenpaare Buddhas deuten auf den nepalesischen Einfluss bei der Errichtung des Stupas hin.

    Links
  • Kloster Pelkor Chöde bei tibetreisen.com
  • Kloster Pelkor Chöde bei Travel China Guide (engl.)

  • Yamdrok TsoWieder einmal wird die Straße gebaut. Wir sind deshalb zu einem Umweg gezwungen. Der lohnt sich aber total, da wir bei der Fahrt durch die Dörfer einen kleinen Eindruck vom Leben der Dorfbevölkerung bekommen. Kurz vor Lhasa können wir unsere Fahrer überreden, die 1.000 Höhenmeter hinauf zum Khamba La Pass (4.790 m) zu fahren. Von hier oben bietet sich ein atemberaubender Blick auf den unterhalb gelegenen See Yamdrok Tso. Jetzt, bei tief stehender Sonne, kommt das kräftige Türkis des Sees besonders zur Geltung. Weit hinten am Horizont deutet sich das Massiv des Nojin Kangtsang (7.191 m) an. Bei der Fahrt zurück zur Straße nach Lhasa wird uns klar, warum die Fahrer von der Extratour nicht begeistert waren. Als wir schon fast wieder unten sind, versagen plötzlich die Bremsen. Durch geschicktes Schalten in den ersten Gang bringt unser Fahrer das Auto aber sicher zum Stehen. Nachdem er die Bremsen mit einem ausgeborgten Wasserschlauch abgekühlt hat, geht es weiter nach Lhasa, das wir schließlich am späten Abend nach abenteuerlicher Fahrt über unbeleuchtete Straßen erreichen.


    © 2007 - 2008 Kay Estler