Indonesien

Barkhor PlatzDer erste Eindruck von Lhasa bei der Fahrt in die Stadt ist der einer normalen chinesischen Großstadt. Moderne, mit Reklame bestückte Hochhäuser reihen sich aneinander. Von tibetischem Einfluss ist kaum etwas zu spüren. Kein Wunder, versuchen die chinesischen Machthaber doch, die Bevölkerung anderer chinesischer Provinzen mit Prämien zur Ansiedlung in Lhasa zu bewegen. Schon heute sind die Tibeter nur noch eine kleine Minderheit.Pilgerin auf Barkhor

 

 

 

 

Da man das ursprüngliche Lhasa am besten noch in der Altstadt findet, machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Jokhang Tempel. Vor dem Tempel begegnet uns nicht nur eine lange Menschenschlange, sondern auch eine Menge Pilger, die sich vor dem Tempel ständig niederwerfen. Wir haben das Glück, an der Schlange vorbei in den Tempel hinein zu dürfen. In der großen Haupthalle können wir Mönche beim Beten beobachten. In den Kapellen reihen wir uns in den Pilgerstrom ein, der an riesigen Statuen von Buddha Sakyamuni, Padmasambhava, Avalokiteshvara, Maitreya und vielen anderen Verehrungswürdigen vorbeiführt. Vom Dach des Jokhang lassen wir unsere Blicke über den Barkhor, den Platz vor dem Jokhang, bis hinüber zum Potala Palast schweifen. Selbstverständlich absolvieren wir anschließend eine Kora um den Barkhor, vorbei an den zahlreichen Souvenirständen. Bei einem Altstadtrundgang bekommen wir in den vielen kleinen Gassen, im moslemischen Viertel und am Nonnenkloster eine kleine Vorstellung von dem ursprünglichen tibetischen Leben in Lhasa.

Yakbutter

 

Am Nachmittag dürfen wir den Potala Palast besichtigen. Imposant erhebt sich das riesige Bauwerk über die Stadt. Es ist schon mehr als makaber, dass die Chinesen auf dem Platz gegenüber ein Denkmal an die „Befreiung Tibets durch die Chinesen“ errichtet haben. Das Fotografieren ist im Potala verboten, trotzdem ist sein Besuch ein unvergleichliches Erlebnis. Sehenswert sind u.a. die Gemächer und die Grabstupas der Dalai Lamas. Allein die des beliebten 5. Dalai Lamas misst 12,6 m, 3.700 kg Gold wurden dabei verbaut. Das Grab des 13. Dalai Lamas ist bei unserem Besuch verschlossen, vermutlich, um Fragen nach seinem Nachfolger, dem in Ungnade gefallenen 14. Dalai Lama, zu vermeiden.

Wir beschließen den Tag mit einem Einkaufsbummel durch die zahlreichen Outdoor- und Tangkaläden Lhasas und versumpfen schließlich bei einem Cocktail in der Dunya Bar.

Potala PalastStupa und Potala

 

 

 

 

 

 

 


Mönch beim DebattierenBeim Besuch des Klosters Drepung erfahren wir, dass es von einem Schüler Tsongkhapas, dem Begründer des Gelug-Ordens, gegründet wurde und das Kloster der Dalai Lamas war. Lebten hier einst 10.000 Mönche, so sind es heute gerade noch etwa 800. Besonders beeindrucken mich der Blick in die Mönchsküche sowie die riesige, 4.500 m² große Haupthalle, in der sich die Mönche zum Gebet versammeln.

Unsere Klostertour endet mit dem Kloster Sera („Wildrose“), das ebenfalls zu den Gelugpa gehört. Es wurde nach dem Aufstand von 1959 aufgelöst und als Kaserne genutzt. Während der Kulturrevolution wurde es größtenteils zerstört und in den 80er Jahren restauriert. Wir widmen uns der Hauptattraktion des Klosters, dem Debattierplatz. Hier lernen und praktizieren die Mönche die friedliche Streitkultur, für den Fotografen ein fantastisches Motiv.Mt. Everest (8.850 m)

 

 

 

 

 

 

Mit unvergesslichen Eindrücken und einem Flug über den Everest nach Kathmandu müssen wir leider Abschied von Tibet nehmen.


 

Info

Der Jokhang Tempel soll erstmals im 7. Jh. Unter König Songtsen Gampo errichtet worden sein. Seine Frau, die chinesische Prinzessin Wencheng, habe dafür die Stelle eines Sees ausgesucht, um die Dämonen zu besiegen. Der Legende nach dauerte der Bau drei Jahre, da die Erde, um den See zuzuschütten, von einer Ziege hergetragen wurde. Während der Kulturrevolution wurde der Jokhang geplündert und als Hauptquartier für die Roten Garden genutzt.

Mönche beim BetenDer Potala Palast hat 13 Stockwerke mit 999 Räumen und eine Ausdehnung von 350 x 300 m. Der 130 m hohe Marpo Ri („Roter Berg“) war im 7. Jh. die Stätte des Palastes von König Songtsen Gampo. Mitte des 17. Jh. errichtete man unter dem 5. Dalai Lama zunächst den Weißen Palast, später dann den Roten Palast. Zu Zeiten der Kulturrevolution diente der Potala als Unterkunft für die chinesische Armee. 1980 wurde er wiedereröffnet und bis 1995 umfangreich restauriert. Seit 2000 gehört das Ensemble des Jokhang und des Potala Palastes zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Links
  • Dalai Lama bei Wikipedia
  • Offizielle Homepage des Büros S.H. des 14. Dalai Lama (engl.)
  • Offizielle Homepage der Tibetischen Regierung im Exil (engl.)
  • Dalai Lama bei Tibet Info Page
  • Jokhang Tempel bei Wikipedia
  • Jokhang Tempel bei tibetreisen.com
  • Jokhang Tempel bei Travel China Guide (engl.)
  • Potala Palast bei Wikipedia
  • Potala Palast bei tibetreisen.com
  • Potala Palast bei China Culture (engl.)
  • Potala Palast bei Travel China Guide (engl.)
  • Kloster Drepung bei tibetreisen.com
  • Kloster Drepung bei Travel China Guide (engl.)
  • Kloster Sera bei tibetreisen.com
  • Kloster Sera bei Travel China Guide (engl.)

  • © 2007 - 2008 Kay Estler