Indonesien

PashupatinathBei der Rückkehr nach Kathmandu sind wir von dem Regen in der Stadt etwas überrascht. Die Regenzeit sollte doch eigentlich schon vorbei sein! Wir unternehmen einen Ausflug nach Pashupatinath, der wichtigsten hinduistischen Tempelanlage in Nepal. Hier befinden sich am Bagmati-Fluss, sortiert nach Kastenzugehörigkeit, die Verbrennungsstätten der Hindus. Ich weiß nicht, ob man so eine Verbrennung unbedingt gesehen haben muss und bin einigermaßen froh, dass gerade keine stattfindet.falscher Sadhu

 

 

 


Am Fluss treffen wir auf einige vermeintliche Sadhus. Die sind jedoch nicht echt und wollen nur etwas Geld für Fotos verdienen. Die echten Sadhus finden wir etwas weiter hinten auf der Tempelanlage in ihrer Wohnstätte. Berühmt geworden ist vor allem der “Milk Baba”, der sich ausschließlich von Milch ernährt. Ihn treffen wir jedoch nicht an, da er sich auf einer USA-Reise befinden soll.

BoudhanathÜber den Shivatempel Gorakhanatha verlassen wir die Anlage und statten dem unweit gelegenen buddhistischen Heiligtum Boudhanath (Bodnath) einen Besuch ab. Wir unternehmen zunächst eine Kora um den 40 m hohen und breiten Stupa.


allsehende Augen Buddhas

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Dach eines kleinen Cafés genießen wir den Ausblick auf die Tempelanlage und lassen den Tag langsam ausklingen.

TöpferplatzNyatapola Tempel

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Am nächsten Tag fahren wir mit einem Kleinbus in die frühere Königsstadt Bhaktapur. Der Spaziergang durch die vielen kleinen Gassen ist nicht nur interessant, sondern auch sehr angenehm, weil hier keine Autos fahren. Die Stadt wurde durch ein Erdbeben 1934 stark zerstört und u.a. auch mit deutscher Hilfe wiederaufgebaut. Mittlerweile gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Swayambunath

 

Zurück in Kathmandu machen wir einen Rundgang über den mit vielen Tempeln ausgestatteten Durbar Square. Wir besichtigen den Palast einer lebenden Göttin, der Kumari. Unweit von ihrer Residenz, dem mit aufwändigen Holzschnitzereien verzierten Kumari Bahal, findet zufällig gerade ein Treffen ehemaliger Kumari statt.

Zum Abschluss unserer Reise kehren wir am Abend im Krishnarpan-Restaurant ein. Es gehört zum Dwarika’s Hotel, wo oft berühmte Persönlichkeiten absteigen. Wir lassen uns das 6-Gänge-Menü schmecken und runden das Ganze mit einigen Gläsern Rakshi ab. Gerade in der richtigen Stimmung, setzen wir die Abschiedsfeierlichkeiten schließlich in der Rum Doodle Bar fort. Hier haben schon viele Alpinisten wie Sir Edmund Hillary und Reinhold Messner ihre erfolgreichen Expeditionen gefeiert. Jetzt haben wir dort unseren eigenen Fuß an der Wand. Vielleicht findet ihn ja jemand.

Fuß in Rum Doodle Bar

 

 

 

 

 

Am Morgen ist es bedeckt und es regnet etwas. Kein Wunder, dass der Himmel weint, denn wir fliegen heute in die Heimat. Bis zum Abflug am Nachmittag bleibt noch etwas Zeit für einen Besuch der hinduistisch-buddhistischen Tempelanlage von Swayambunath auf einem Hügel im Westen Kathmandus.

 

Info

Treffen der KumariDie Kumari gilt als eine Inkarnation der Hindu-Göttin Durga. Sie lebt das ganze Jahr über in ihrem Palast und darf diesen nur zum jährlichen Indrajatra-Fest verlassen. Dann wird sie in einem Wagen durch die Stadt gefahren und bestätigt den König rituell in seinem Amt. Die Kumari darf den verunreinigten Boden nicht berühren und darf in ihrem Palast auch nicht fotografiert werden. Sie wird im Säuglingsalter unter den Töchtern der Shakya-Kaste der Newari ausgewählt und übt ihr Amt bis zu ihrer ersten Menstruation aus, bzw. bis sie auf andere Weise das erste Mal blutet. Danach verliert sie ihren göttlichen Status, erhält aber vom Staat eine kleine Pension. Allerdings ist es für eine ehemalige Kumari schwierig, einen Ehemann zu finden, da eine Heirat mit einer Kumari der Legende nach Unglück bringen soll.

Literatur
  • Göttin auf Zeit. Amitas Kindheit als Kumari in Kathmandu von Gerhard Haase-Hindenberg, Heyne (broschiert - Oktober 2007, 9,95 € bzw. gebunden - Februar 2006, 19,95 €)
  • Film
  • Living Goddess (UK, 2007, 87 min), Dokumentarfilm, Regie: Ishbel Whitaker, www.livinggoddessmovie.com

  • © 2007 - 2008 Kay Estler