Avachinsky mit RauchfahneNach einem Akklimatisationstag in Petropavlovsk (11 h Zeitunterschied wollen verkraftet sein) steht unsere erste Trekkingtour auf dem Programm: die Besteigung des 2.751 m hohen Vulkans Avachinsky. Nachdem wir uns auf dem Markt in Elizovo mit ausreichend Nahrungsmitteln eingedeckt haben, fahren wir mit unserem GAZ über Asche und Schneefelder bis zum Sattel auf 850 m Höhe zwischen den Vulkanen Koryaksky und Avachinsky. In einer der 3 Blockhütten beziehen wir Quartier und können bei aufklarendem Himmel erstmals die Rauchfahne auf dem Gipfel bewundern. Zur Vorbereitung auf die Tageswanderung steht der kleine, 1.200 m hohe Pik Werbljud (“Kamelhügel”) auf dem Programm. Auf dieser zweistündigen Tour können wir unsere Ausrüstung testen und uns etwas einlaufen.

Blockhütte

 

 

 

 

 

 

 


Am nächsten Morgen heißt es früh aufzustehen. Bei wolkenlosem Himmel und Sonnenschein machen wir uns kurz vor 8 Uhr auf den Weg zum Gipfel.

Lava und  KoryakskyZunächst geht es nur langsam aber stetig bergan. Anatoli, unser russischer Guide, legt ein ordentliches Tempo vor. Beim Lunch auf 2.000 m Höhe macht uns ein eisiger Wind zu schaffen und wir suchen Schutz zwischen den Felsen. Der Gipfel ist aber immer noch nicht zum Greifen nah. Über Schneefelder kommen wir zum steilen Teil der Veranstaltung. Der Vulkankegel weist hier 30° Steigung auf. Über sandigen und rutschigen Untergrund quälen wir uns den kaum erkennbaren, serpentinenartigen Weg nach oben. Ich habe das Gefühl, bei zwei Schritten immer wieder einen nach unten abzurutschen. Als wir schließlich das Seil erblicken, das zur Unterstützung des letzten steilen Abschnitts angebracht ist, wissen wir, dass wir es gleich geschafft haben.


SchwefellochDer Anblick, der sich uns jetzt bietet, ist atemberaubend. Umrandet von rötlichen und gelben Wällen scheint sich eine schwarze, blumenkohlartige Lavamasse ihren Weg zu suchen. Bei unserem Rundgang entlang des Kraterrands kommen wir an vielen Fumarolen vorbei. Nach etwa 100 m stoppt eine Spalte die Fortsetzung unseres Weges, aus der eine starke Rauchwolke aufsteigt. Am hinteren Rand des Kraters können wir erkennen, dass sich die Lava auf dieser Seite langsam über den Kraterrand hinausschiebt.

Lava

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Krater aus dem HelikopterSchweren Herzens treten wir gegen 15 Uhr den Abstieg an. Und der hat es noch einmal in sich. Zwar kann man auf dem sandigen Untergrund zunächst ganz gut nach unten rutschen, aber die Knie fangen doch langsam an zu schmerzen. Dazu kommt noch, dass meine Wanderschuhe wohl doch noch nicht so gut eingelaufen sind. Unter Zuhilfenahme der Wanderstöcke erreiche ich ziemlich ausgelaugt gegen 17.30 Uhr das Camp. Blasen an Fußballen und -sohle sind das Ergebnis. Bei der Aussicht auf eine Banja und ein leckeres Baltika-Bier ist der Schmerz aber schnell vergessen.

Als wir 3 Wochen später auf dem Rückflug vom Tal der Geysire den Avachinsky mit dem Hubschrauber umrunden, können wir seine ganze Pracht noch einmal bestaunen.

Info

Der Vulkan Avachinsky liegt 27 km von Petropavlovsk entfernt und ist ein sogenannter Somma-Vulkan. Das heißt, der Vulkankegel wächst aus den Relikten eines alten größeren Vulkans (Durchmesser 4 km) heraus. Der Krater des Avachinsky hat einen Durchmesser von 350 m und war bis zu seiner Eruption 1991 etwa 220 m tief. Seit dieser Zeit verschließt die Lava den Krater wie ein Pfropfen. Der letzte größere Ausbruch erfolgte im Jahr 2001.

Nur wenige hundert Meter vom Avachinsky entfernt erhebt sich der Kegel des 3.456 m hohen Vulkans Koryaksky. Trotz gelegentlicher vulkanischer Aktivität galt der Koryaksky lange Zeit als ruhig. Dies hat sich aber seit den jüngsten Eruptionen 2008 geändert.

Links (Avachinsky)

Avachinsky aus dem HelikopterAvachinsky aus dem Helikopter

 

 

 

 

 

 


 

Links (Koryaksky)


© 2006 Kay Estler