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Waimea CanyonDer 16 km lange und 900 m tiefe Waimea Canyon ist sicherlich das spektakulärste Naturwunder auf Kauai. Angeblich soll ihn Mark Twain als Grand Canyon of the Pacific bezeichnet haben. Das ist allerdings reine Legende, denn Mark Twain hat Kauai nie besucht.

Wir fahren auf dem Highway bis Waimea im Südosten der Insel und schlängeln uns dort den Berg hinauf. Nach wenigen Kilometern liegt schon der erste Aussichtspunkt am Weg, der Waimea Canyon Lookout. Die Farben der verschiedenen Gesteinsschichten kommen beim Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken besonders zur Geltung. Ein bisschen erinnert er mich schon an den großen Bruder in Arizona. Dabei ist er im Gegensatz zum Grand Canyon hauptsächlich infolge vulkanischer Aktivität entstanden. Der Blick ist auch vom nachfolgenden Puu Hinahina Lookout immer noch faszinierend. Die 240 m hohen Waipoo Falls wirken von hier besonders beeindruckend.

Waipoo FallsKalalau Valley

 

 

 

 

 

 

 

 


Weiter geht’s in den angrenzenden Kokee State Park. Nach einem kurzen Stopp für ein Stück Kokoskuchen in der Kokee Lodge fahren wir weiter bis zum Kalalau Lookout und dem Ende der Straße am Puu o Kila Lookout. Der Blick tief hinunter ins Kalalau Valley mit den graugrünen Klippen und dem hellblauen Meer ist kaum zu beschreiben.

Jurassic FallsDie Na Pali Küste hat uns jetzt endgültig in ihren Bann gezogen. Um sie aber mal so richtig bewundern zu können, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: eine Bootsfahrt oder einen Rundflug mit dem Helikopter. Wir entscheiden uns für das Boot und buchen eine Tour bei Kauai Sea Tours in Port Allen. Doch der strahlende Sonnenschein täuscht. Nachdem wir schon 3/4 des Weges absolviert haben, geraten wir in starke Strömung, tosende Wellen und heftigen Wind. Total durchnässt bleibt uns nichts weiter übrig, als umzukehren und bei einigen Mai Tais wenigstens noch den Sonnenuntergang auf dem Wasser zu genießen.

Ok, dann muss eben doch eine Helikoptertour her... Die verschiedenen Anbieter nehmen sich preislich nicht viel. Wir buchen schließlich bei Safari Helicopters. 200 $ sind aber schon eine ganze Stange Geld. Und wenn man dann nur den relativ ungünstigen Platz hinter dem Piloten zugewiesen bekommt, ist das etwas ärgerlich.

Na Pali Küste

 

 

 

 

 

Na Pali Küste

 

 

 

 

 

Aber die Tour ist trotzdem klasse. Vom Flughafen in Lihue geht es zunächst gen Westen. Wir fliegen ins Hanapepe Valley und kreisen direkt über den malerischen Manawaipuna Falls. Unter diesem Namen kennt sie aber fast niemand. Sie bildeten die Kulisse in Jurassic Park und sind deshalb eigentlich nur als Jurassic Falls bekannt. Von hier fliegen wir durch den Waimea Canyon bis vor die Waipoo Falls. Nun geht es hinaus auf’s Meer. Und da taucht sie schon auf, die grandiose Na Pali Küste. Als wir unterhalb eines Felsens kreisen, bekommen wir bei einem Blick nach oben ein ungefähres Gefühl für deren gewaltige Höhe.

Karter des Mt Waialeale

 

 


Nach einem Flug entlang der Nordküste biegen wir bei Hanalei Bay nach Süden ab. Über dem 1.569 m hohen Mt. Waialeale in Zentralkauai hängen wie fast immer dicke Regenwolken. Kein Wunder, gilt der Berg doch als einer der regenreichsten Orte der Erde. Durchschnittlich 11.700 mm Niederschlag fallen hier im Jahr (zum Vergleich: in Berlin sind es ca. 580 mm) an 335 Regentagen. Wir fliegen durch ein Tal hinein in den alten Krater des lange erloschenen Vulkans. Um uns herum gibt es nur steile Wände, vor uns liegt der dunkle Krater und über uns hängen die bedrohlichen Wolken. Das ist schon ein etwas gruseliges Gefühl. Vorbei an riesigen kaskadenartigen Wasserfällen, die berechtigterweise den Namen Wall of Tears tragen, fliegen wir zurück zum Flughafen Lihue.

Info

Es ist umstritten, wo sich genau der niederschlagsreichste Ort der Erde befindet. Je nach Beobachtungszeitraum streitet sich der Waialeale mit den Orten Cherrapunji und Mawsynram in der indischen Provinz Meghalaya.


© 2010 Kay Estler