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Halemaumau KraterAuf dem Flug von Kauai nach Big Island sind wir zu einem längeren Zwischenstopp auf dem Flughafen in Honolulu gezwungen, da die Maschine für den Weiterflug defekt ist. Schließlich findet sich aber doch noch ein Fluggerät. Kurz vor der Landung in Hilo erhaschen wir einen ersten Blick auf die aus den Wolken ragenden Gipfel des Mauna Kea und Mauna Loa.

An Hilo gehen die Besucherströme wegen des im Vergleich zu Kona deutlich schlechteren Wetters zwar größtenteils vorbei. Die Stadt ist aber ein hervorragender Ausgangspunkt für den Besuch des Hawaii Volcanoes National Park. Deshalb lassen wir uns auch vom Regen und Nebel nicht abschrecken und machen uns auf den Weg in Richtung Volcano. Und tatsächlich, kurz vor dem Parkeingang reißt der Himmel auf und gibt die Sonnenstrahlen frei.

Wir haben uns zunächst eine Runde auf dem Crater Rim Drive vorgenommen. Nach dem Besuch des Visitor Center gelangen wir zu den Steam Vents und zu Steaming Bluff, den dampfenden Klippen am Rand der Caldera. Ein Abstecher führt uns auf einem gut markierten Weg zu den Sulphur Banks - es duftet entsprechend nach faulen Eiern.

Pauahi Krater

 

 

 


Nur wenige Hundert Meter weiter erreichen wir den Kilauea Overlook. Vor uns dehnt sich die riesige, 3 x 5 km große Caldera aus. An einigen Stellen dampft es. Und aus dem großen Loch in der Mitte, dem Halemaumau Krater, steigt eine hohe Rauchsäule empor. Etwas weiter, am Jaggar Museum, sind wir noch etwas näher dran. Leider ist die Runde nun jedoch schon zu Ende, denn die Straße ist aufgrund der gegenwärtig starken Emission von Schwefeldioxid ab hier gesperrt. Wir fahren deshalb zurück, um uns noch den Kilauea Iki und die Lava Thurston Tube anzusehen.

Pahoehoe LavaPahoehoe und Aa Lava

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Für uns ist es kaum vorstellbar, dass sich hier am “Kleinen Krater” vor ziemlich genau 50 Jahren eine Spalteneruption ereignet hat, bei der die Lavafontänen bis zu 500 m hoch in die Luft schossen und sich im Krater ein 135 m tiefer Lavasee bildete. 36 Jahre dauerte es, bis diese Lava ausgehärtet war.

Wir setzen unsere Fahrt auf der Chain of Crater Road fort und passieren dabei einige Krater von früheren Ausbrüchen. Dabei lassen sich besonders gut die verschiedenen Lavaarten beobachten. Da ist einerseits die scharfe und brüchige Aa-Lava, auch Brockenlava genannt, die sich vor allem bei Temperaturen zwischen 1.000 und 1.100°C bildet. Und andererseits taucht hier auch häufig die seilartige Pahoehoe-Lava oder Glattlava auf, die bei 1.100 - 1.200°C entsteht. Welche Erscheinungsform sich bildet, hängt jedoch auch vom Gelände und der sog. Scherspannung ab.

Kurz nachdem die Straße die Küste erreicht ist sie auch schon zu Ende. Die Lava des Kilauea hat sich in den letzten Jahren immer wieder neue Wege erschlossen und macht eben auch nicht vor der Straße halt. Aber immerhin ist es schön, dass man durch ein entsprechendes Verkehrsschild inmitten der Lava darauf hingewiesen wird...

Lava RoadRoad Closed

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LavastromEs war schon immer mein Traum, flüssige Lava mal aus nächster Nähe zu beobachten. Und dafür ist kaum ein Ort besser geeignet als der Kilauea. Wir entscheiden uns für eine Bootstour zu der Stelle, wo die Lava in den Pazifik fließt. Unsere Wahl fällt auf die Sunrise Tour mit Lavaocean. Kurz nach 3 Uhr am Morgen aufgestanden, fahren wir von Hilo zur Bootsanlegestelle im Isaac Hale Beach Park. Gegen 5 Uhr geht es dann los. Und nach ca. 45 min Bootsfahrt erkennen wir auch schon die ersten glühenden Punkte. Es ist einfach Wahnsinn! Wir können bis auf wenige Meter heranfahren und das Spektakel aus nächster Nähe beobachten. Zäh tropft die flüssige Masse wie ein leuchtendes Band ins Meer. Kleine Meereswellen scheinen sich immer wieder mit der Glut einen Kampf zu liefern. Ab und zu weht uns eine stinkende Wolke ins Gesicht. Ein Griff ins Wasser beweist: hier wäre es selbst zum Baden zu heiß.

 

glühende LavaLava

 

 

 

 

 

 

 

 

 

heiße LavaLava ins Meer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch als es langsam dämmert, ergeben sich immer weder ganz neue, faszinierende Anblicke. Erst jetzt erkennen wir auch etwas von der Küstenlandschaft, über die sich die Lava langsam drüberschiebt. Ich könnte hier ewig zusehen; nach mehr als 30 min müssen wir aber wieder umkehren. Als auf der Rückfahrt noch ein paar Delfine um unser Boot herumtollen, ist der Morgen perfekt.

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© 2010 Kay Estler